30.11.2022 | Studie

Einbindung deutscher Unternehmen in globale Wertschöpfungsketten

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Eine Pilotstudie zeigt die internationale Verflechtung der deutschen Wirtschaft. Danach waren 61 Prozent der knapp 64.000 Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten im Jahr 2020 Teil einer globalen Wertschöpfungskette.

Am internationalen Austausch von Waren beteiligten sich mit 49 Prozent knapp die Hälfte der Unternehmen. Hier steht der Bezug von Rohstoffen aus dem Ausland an der Spitze – das gaben 46 Prozent dieser Unternehmen an. Bei grenzüberschreitenden Lieferungen ragten dagegen eigens entwickelte, für den Weiterverkauf bestimmte Endprodukte heraus: Diese wurden von 37 Prozent der Unternehmen ins Ausland geliefert.

Auch Dienstleistungen spielen grenzüberschreitend eine Rolle

Eine Dienstleistung haben 37 Prozent der Unternehmen grenzüberschreitend beansprucht und/oder erbracht. Davon nutzten 44 Prozent Dienstleistungen ausländischer Unternehmen aus dem Bereich Transport, Logistik und Lagerung. 29 Prozent der Unternehmen, die ausländische Dienstleistungen nutzten, nahmen Informations- und Kommunikationsdienstleistungen grenzüberschreitend in Anspruch.

Verlagerungen ins Ausland wegen Kostenvorteilen

Die Studie des Statistischen Bundesamts zeigt außerdem, dass 1,6 Prozent der Unternehmen in den Jahren 2018 bis 2020 Teile ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten ins Ausland verlagerten – vor allem wegen Kostenvorteilen. So war für 89 Prozent der Unternehmen die Verringerung von Lohnkosten ein wichtiges Motiv. Aber auch der Mangel an qualifizierten Fachkräften in Deutschland war für 62 Prozent der Unternehmen ein Grund, Unternehmensfunktionen ins Ausland zu verlagern oder dies in Erwägung zu ziehen.

Bei den Hindernissen für eine Verlagerung spielten administrative oder rechtliche Faktoren eine wichtige Rolle: 79 Prozent der Unternehmen gaben dies an. Es folgten steuerliche Probleme (59 Prozent) sowie Zölle und andere Handelshemmnisse (54 Prozent).

(Destatis / STB Web)