25.07.2023 | Wirtschaftsforschung

Regionale Diversifizierung zahlt sich für Unternehmen aus

Eine aktuelle Studie von ZEW Mannheim und DIW Berlin zeigt, dass auch unabhängig von aktuellen Krisen eine stärkere Diversifizierung von Lieferketten Hand in Hand mit dem Unternehmenserfolg geht.

Ob mithilfe von Subventionen für eine Intel-Chipfabrik in Magdeburg oder der nationalen Sicherheitsstrategie – die deutsche Politik strebt aufgrund von aktuellen geopolitischen Risiken und Lieferkettenproblemen nach mehr digitaler Unabhängigkeit. Den Vorteilen einer regional verteilten Beschaffung stehen auf Seite der Unternehmen jedoch deutliche Kosten für eine breitere Aufstellung der Importe von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) wie etwa Mikrochips oder anderen Hardware-Komponenten gegenüber.

Zugang zu IKT-Gütern ist essenziell

"Für die digitale Souveränität der deutschen Wirtschaft ist der Zugang zu IKT-Gütern essenziell, insbesondere in hoch digitalisierten Branchen. Dies heißt nicht, dass diese Güter nun im Inland hergestellt werden müssen. Vielmehr gilt es, einseitige Abhängigkeiten durch eine regional diversifizierte Beschaffungsstrategie zu vermeiden und so den Zugang zu IKT-Gütern langfristig zu sichern", erklärt Prof. Dr. Irene Bertschek, Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs "Digitale Ökonomie" und Ko-Autorin der Studie.

Zusammenhang zwischen Diversifizierung und Unternehmenserfolg

In der Analyse wurden insgesamt 3.888 Unternehmen untersucht, die IKT-Güter importieren. So konnten die Forschenden den Zusammenhang zwischen Ausmaß der Diversifizierung und Unternehmenserfolg erfassen. Anhand der Daten lasse sich bereits vor der aktuellen geopolitischen Situation ein positiver Zusammenhang zwischen Diversifizierung und Unternehmenserfolg nachweisen. Und das gelte für kleinere und größere Unternehmen gleichermaßen. Zudem könnten sich Unternehmen auf diese Weise krisenresistenter aufstellen.

(ZEW / DIW / STB Web)